An der Arche um acht

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von Ulrich Hub
KULTURmobil, das mobile Theater des Kulturreferats Niederbayern
Premiere: 28. Juni 2014, 17 Uhr

Inszenierung: Louis Villinger
Ausstattung: Claudia Weinhart
Musik: Martin Kubetz
Regieassistenz: Melody Bayer

Mit: Julia Carina Wachsmann, Paul Brusa und Robert Spitz
Stimme: Volker Wackermann

„An der Arche um acht“ ist ein recht erfolgreiches Kinderstück, nicht zuletzt, weil es mit einfachen Mitteln große Fragen verhandelt. Es geht bei der reizenden Geschichte um drei Pinguine und eine Möwe um die Frage nach Gott: Ob er existiert und was von seiner Schöpfung zu halten ist. Und es geht um die Bedeutung von Freundschaft. Letztgültige Antworten werden nicht gegeben, aber die Pinguine stellen die richtigen Fragen, und sie stellen sie jetzt auch im Kulturmobil bei der Kindervorstellung am Nachmittag. Dort wird zugleich bewiesen, dass derlei Fragestellungen auch mit viel Spaß vermittelt werden können. Bei der Aufführung in Furth jedenfalls blieben die Kleinen, die ja ohnehin die größten Kritiker sind, zumeist gebannt dabei.
An der Arche um acht: Dort sollen sich die Pinguine einfinden, weil Gott, unzufrieden mit den irdischen Geschöpfen, eine Sintflut schicken wird. Das Problem für die Pinguine: Sie sind zu dritt. Es dürfen aber nur zwei jeder Gattung rein. Also wird Pinguin Nummer drei heimlich als Blinder Passagier auf Noahs Arche geschmuggelt. Und von nun an geht es darum, die Möwe – eine Art Chefstewardess – zu täuschen. Ob und wie das gelingt, sorgt für Spannung und Komik.
Für solcherlei Spannung und Komik sorgt die Inszenierung durch Louis Villinger, die jetzt durch Niederbayern tourt, allemal. Manchmal süß und manchmal schnippisch sind die drei Pinguine, die sich so herrlich streiten und wieder versöhnen können: Julia Carina Wachsmann, Paul Brusa und Robert Spitz sind die drei, die schön mit der Körpersprache der Meeresvögel spielen und schon vor Beginn eine Weile durchs Publikum kreuzen. Die Möwe wird durch eine Puppe ersetzt, mit der abwechselnd einer der Drei hantiert. Als besonderer Clou des Nachmittags und Neuerfindung, die dem Stück noch einmal weiterhilft, dienen die Lieder und die musikalische Untermalung, für die Martin Kubetz gesorgt hat.
Christian Muggenthaler, Landshuter Zeitung

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Fotos: Harry Zdera